Frankfurter Buchmesse 2015 – Donnerstag

Mein erster Buchmesse-Tag stand unter dem Zeichen „Promis als Autoren“.

Nachdem ich erstmal den Pressebereich an seinem neuen Standort aufgesucht hatte, habe ich mir am Welt-Stand ein Interview mit Thees Uhlmann zu seinem Erstlingswerk „Sophia, der Tod und ich“ angeguckt, den ich bisher nur als Support-Act bei Toten Hosen-Konzerten erlebt hatte. Seine Band Tomte kenne ich nur aus dem Radio und Fernsehen.

Er hat aus dem ersten Kapitel seines Buches vorgelesen, in dem der Protagonist das erste Mal auf den Tod trifft, der ihm kundtut, dass er nur noch drei Minuten zu leben hat.

Der Protagonist? Ja. Er hat keinen Namen. Wie alle anderen im Buch außer Sophia, die Freundin des Protagonisten. In einem zweiten Interview beim Deutschlandfunk habe ich dann auch erfahren warum: weil er seinen Protagonisten nicht mit einem Namen wie z.B. Fabian brandmarken will, weil man bei Namen oft schon ein bestimmtes Bild vor Augen hat.

Auch auf Markennamen hat er gänzlich verzichtet, weil er sich beim Schreiben irgendwann das Ziel gesetzt hat, dass auch ein Nordkoreaner das Buch lesen und auf Anhieb verstehen können soll. Coole Idee.

Thees hibbelt rum während er das Zwiegespräch zwischen dem Protagonisten und dem Tod vorliest, kann nicht wirklich still stehen, freut sich über jedes Lob der Interviewerinnen und kommt total sympathisch rüber. Auch wenn er Fan vom FC St. Pauli ist. 😉

Sein Buch wandert als erstes auf meiner Wunschliste der Bücher, die ich mir nach der Buchmesse unbedingt kaufen möchte.

Als zweites Wunschlisten-Buch hatte ich mir Charlotte Roches „Mädchen für Alles“ rausgesucht.

Sie hat ein wirklich sympathisches Interview gegeben, in dem sie erzählte, dass sie keine Literaturkritiken liest aus Angst beim nächsten Buch jedem dieser Kritiker gerecht werden zu wollen, und dass sie sich, nachdem Feuchtgebiete damals auf Platz 1 der Spiegelbestsellerliste ging und dort einige Monate blieb, sich wie im Drogenrausch gefühlt hat und immer Angst hatte auf Platz 2 zu fallen. Außerdem betonte sie, dass sie beim Schreiben Ihrer Bücher nüchtern und nicht auf Drogen ist, auch wenn das manch einer meint. Sie hat sich sogar einem Schreibtisch in einem Architektenbüro gemietet um dort vollkonzentriert – ohne Ablenkung durch Internet o.ä. – schreiben zu können.

Im Hotel habe ich dann leider den Fehler gemacht mir die Amazon-Berwertungen zu „Mädchen für alles“  anzuschauen, in denen das Buch leider gar nicht gut wegkommt. Mal schauen, ob das Buch nicht doch von der Wunschliste streiche…

Mir ist an diesem ersten Messetag aufgefallen, dass extrem viel Polizisten auf dem Messegelände unterwegs sind. Gefühlt noch mehr als in den letzten Jahren. An den Eingängen stehen Schilder, dass es jederzeit zu Personenüberprüfungen kommen kann. Fühlt sich irgendwie seltsam an…

Jetzt will ich mal schauen, was Tag 2 so bereithält.

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