Eine Nacht an der Theke…

…für ein Konzertticket?!

Es ist zwar schon ein paar Monate her, aber eben habe ich mir die Fotos zum Konzert angegeuckt und musste wieder einaml darüber schmunzeln, wie bescheuert man sein kann…

Das Gewinnerkonzert der Einslive-Thekenmeisterschaft stand vor der Tür: DIE TOTEN HOSEN in einer kleinen Kneipe in Düren.

An Karten kommste da nur, wenn du den Wirt kennst, einen der Mittipper der Gewinnermannschaft oder jemanden, der jemanden kennt…

Nach der Saison 2009/2010 war es aber so, dass die Presse davon Wind bekommen hatte, dass die Karten, die zugeteilt aber nicht abgeholt werden, am Morgen nach dem Abholtag ab 6.00 Uhr verteilt würden.

Da das die einzige Möglichkeit war sicher zu gehen bei dem Konzert definitiv rein zu kommen, habe ich mich am Samstagnachmittag nach Düren begeben und es mir ab halb 7 an der Theke bequem gemacht, die ich bis halb 7 am nächsten Sonntagmorgen nicht mehr verlassen würde…

Da abends DFB-Pokal angesagt war und mehrere 100 Menschen ihre Tickets für das Konzert am Montagabend abholen mussten, war „Bei James“ ein stetes Kommen und Gehen.

Bei Wirt James und seiner Stammkundschaft hatte sich schnell rumgesprochen, dass ich ernsthaft bis zum nächsten Morgen da bleiben wollte, um ein Ticket zu kriegen. Irgendwie hatte ich das Gefühl ich sei so eine kleine Sensation – so viele fremde Menschen haben mich angesprochen und haben mir Glück gewünscht.

Besonders nett fand ich einen der Nachbarn: der hatte mir nämlich angeboten, wenn ich kein Ticket kriege, solle ich einfach am Montag bei ihm klingeln, ich könne mir das Konzert dann auf seiner Terrasse angucken. – Auch schon mal beruhigend zu wissen in jedem Fall dabei zu sein…

Dank mehreren Monaten „auf Tour“ lernt man mit der Zeit so viele Leute kennen, sodass ich froh war das eine oder andere bekannte Gesicht zu treffen und mir so die Stunden um die Ohren schlagen zu können.

Nach Mitternacht kamen dann auch noch mein Freund und ein Bekannter dazu. Insgesamt waren wir locker 10 Leute, die in der Kneipe durchgemacht haben. Allerdings sind alle anderen zwischendurch mal was essen gegangen oder haben sich ein Stündchen ins Auto gelegt zum Schlafen, während andere für sie Stellung gehalten haben. Ich habe mich lediglich von meinem Barhocker erhoben um die Toilette aufzusuchen. 😉

Gegen halb 4 hatte auch ich irgendwann einen toten Punkt erreicht, was nicht zuletzt an meinem Drecksack-Konsum lag, hatte ich doch vorher Monate lang nichts getrunken…

Nach ein paar Dehnübungen und einem Baguette als „Mitternachtssnack“ war ich wieder fit und optimistisch, dass das mit dem Ticket klappen würde, da noch nicht alle ihre Tickets abgeholt hatten und es ja nur noch zwei Stündchen Wartezeit waren…

Ein kleiner Schock war es dann schon, als sich gegen halb 5 die Kneipe richtig füllte. Nachdem die Dürener Diskotheken schließen, scheint sich das Party-Volk bei James zu treffen und dort weiter zu feiern. Leider waren darunter auch noch einige, die ihre Tickets holen kamen – und wir sahen unsere Chancen wieder schwinden…

Außerdem kamen immer mehr Leute, die ebenfalls Tickets haben wollten. Denen wurden ihre Illusionen aber schnell genommen. Es seien kaum noch Tickets da; eines würde definitiv übrig bleiben – und das bekommt die junge Dame da vorne an der Theke (ICH!!!), die wartet nämlich schon seit gestern Abend hier an der Theke!

Herrlich! Alle mussten bangen, nur ich konnte mir meiner Sache offiziell sicher sein! (Man hatte aber zuvor schon gemunkelt *g*)

Um kurz vor 6 kam dann James zu mir und sagt, ich solle meinen Namen und den Namen meines Freundes mal auf den Zettel schreiben. Und so liess er nach und nach die „Durchmacher“ ihre Namen aufschreiben um an Hand dieser Liste anschließend die Resttickets ausgeben zu können…

Dann war es soweit: um 6 Uhr hielten wir tatsächlich unsere Tickets in der Hand! Ich glaube, ich war noch nie so erleichtert ein Stück Papier in der Hand zu halten.

Nach der gefühlt 50. Cola in dieser Nacht, haben wir die Kneipe Sonntagmorgen um halb 7 verlassen um dann erstmal einen Bäcker zu suchen, der schon Brötchen für uns hatte.

Vom Geld her, das wir an der Theke „versoffen“ haben, waren die Tickets übrigens nicht billiger als jedes normale Konzertticket auch. 😉

Das Konzert am Monatgabend hat uns dann darin bestätigt, dass es das wert war eine ganze Nacht an der Theke zu verbringen: mitten in der Dürener Innenstadt in einem Hinterhof; überall Menschen auf Balkonen, an Fenstern und auf Dächern um dabei sein zu können; ein herrlicher Sonnenuntergang im Hintergrund.

Besonders toll waren übrigens die ganzen Menschen, die ich Samstagnacht „kennengelernt“ hatte und die einfach kamen, mich in den Arm nahmen oder mir auf die Schulter klopften und sich einfach mit mir freuten, dass ich tatsächlich dabei sein konnte!

Was meine Kollegen und Freunde zu dieser Aktion gesagt haben, kann sich jeder selbst ausmalen. 🙂

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